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Against Rome


Der Sturm ist über Deutschland mit weit über 100km/h hinweggefegt. Schäden gabe es mehr wie genung. Solche Stürme sind durchaus ohne Mithilfe von "Mutter Natur" möglich. Wie? Schaut euch den Test von Andreas Kunert an.

Zum Glück befinden wir uns jetzt im schönen neuen Jahr 2004 und müssen im Allgemeinen nicht jeden Tag um unser Leben fürchten. Zu den Zeiten der europäischen Völkerwanderung in den Jahren 200-450 n. Chr. war dem noch nicht so, denn die Römer versuchten mit aller Macht ganz Europa zu beherrschen. Doch nicht ganz Europa unterwarf sich. Barbarische Völkerstämme kämpften um ihr Territorium, ihr Überleben und gegen Rom. Der Spieler nimmt so im Spiel Against Rome die Rolle eines Stammesführers eines barbarischen Volkes ein und stellt sich dem römischen Imperium entgegen.

Freiheit!
Wer glaubt bei Against Rome handelt es sich um ein klassisches Echtzeitstrategiespiel im Stile von Command & Conquer, bei dem der Basisbau eine elementare Rolle spielt, der irrt. Against Rome hat nur einen vernachlässigbaren Aufbaupart und setzt eher auf strategische Massenschlachten von oft mehreren hundert Kämpfern. In der Einzelspielerkampagne schlagt ihr euch zuerst auf die Seite von Tornak, einem germanischem Stammesführer. Dieser hasst Verräter seines Volkes, die gemeinsame Sache mit den Römern machen. Also geht es in der ersten Mission darum einen dieser Verräter zu töten. In allen Missionen beginnt ihr mit einem mehr oder minder großen Heer und habt fast immer das Ziel das Haupthaus des gegnerischen Stammes samt dem Anführer zu vernichten. Die Kampagne bietet dabei relativ viel Entscheidungsfreiheit, denn die Kampagne spaltet sich dreimal auf. Zuerst müsst ihr euch z.B. entscheiden ob ihr eher mit dem friedfertigen, von zwei Brüdern der Kelten, Girard versucht zu überleben oder mit dem kriegerischen Owyn gegen die Römer zu Felde zieht. Später könnt ihr entscheiden ob ihr lieber mit den Germanen brandschatzend loszieht oder bei den Kelten bleibt.
Die Geschichte ist dabei recht interessant und atmosphärisch, allerdings etwas oberflächlich. Die Präsentation erfolgt meist in Textpassagen, Rendersequenzen oder Ingamegrafik.

Lasst uns bauen
Das Besondere ist, das sie ihre Truppen nur in Gruppen von bis zu 20 gleichartigen Kämpfern kommandieren. Ein Klick auf das Banner dieser Truppen genügt und ihr kommandiert sie. Diese Truppen könnt ihr aufspalten oder zusammenfassen. So geht es in den Missionen dann auf die Suche nach eurem Missionsziel. Auf dem Weg müsst ihr meist, um genügend Truppen für den entscheidenden Kampf zu haben, ein gegnerisches Dorf einnehmen. Wenn das Dorf erst mal von den Feinden gesäubert ist, könnt ihr es einnehmen und mit den Gebäuden der Germanen, Kelten oder Hunnen, je nach dem was ihr spielt, bestücken. Meist müsst ihr dabei die Siedlung nur leicht erweitern. Zur Auswahl stehen beispielsweise Waffenschmieden, Pferdeställe, Minen oder Opferungsstädten. Um diese Gebäude zu nutzen müssen Arbeiter darein geschickt werden. Dann werden die sechs Ressourcen Nahrung, Holz, Gestein, Gold, Ausrüstung und Pferde automatisch erzeugt. Da das Gebiet in dem man Gebäude bauen kann eng begrenzt ist gibt es auch keine Möglichkeit Gebäude taktisch zu bauen. Wie gesagt der Aufbaupart und das Ressourcenmanagement sind nicht sehr tiefgründig. Mit der Ressource Ausrüstung und evtl. Pferden werden dann Arbeiter zu Kampftruppen ausgebildet.

In die Schlacht!
Die einzelnen Parteien die man während der Kampagne spielt unterscheiden sich dabei nicht so grundlegend voneinander wie in andere Genrevertretern. Die Hunnen setzen vorwiegend auf allerlei Kavallerie, die Kelten sind fernkampftechnisch stärker besetzt. Jeder Stamm hat ca. acht Einheitentypen, die grob in Nah- und Fernkämpfer unterteilt werden können. Germanen, Kelten und Hunnen verfügen außerdem noch über eine zauberkundige Einheit, die, abhängig von der Zahl der Opferungsstätten, in eurem Lager verschieden viele Zaubersprüche beherrscht. Unter anderem kann so ein Wolfsrudel zur Unterstützung herbeigezaubert oder die verbündeten Einheiten geheilt werden. Das Rückgrat eurer Truppenverbände bildet jedoch der Anführer. Diese berittene Einheit ist besonders gut gepanzert, kann kräftig austeilen und sammelt im Laufe der Kämpfe so genannte Ruhmpunkte. Diese Ruhmpunkte können dann ähnlich wie in einem Rollenspiel für verschieden Dinge eingesetzt werden, jenachdem welche Strategie man verfolgt. So sind die Schlachten motivierender. Möchte man einen sehr schlagkräftigen Anführer lohnt es sich den Angriffs- und Verteidigungswert zu erhöhen. Möchte man eher einen im Hintergrund agierenden Anführer, erforscht man neue Gebäude, Upgrades für diesen oder neue Truppentypen. Falls ihr in einem Kampf kurz davor seid, vernichtend geschlagen zu werden hilft es die Motivationsfähigkeit des Stammesführers zu nutzen um das Blatt noch einmal zu wenden. Ein Zivilverband mit genug Nahrung an Bord, um eure Einheiten zu heilen, sollte ebenfalls nicht fehlen. Die Atmosphäre der Kämpfe wurde sehr schön eingefangen. Einzelne Einheiten führen sogar, wenn man genau hinsieht kleine Duelle aus und an einigen Stellen fühlt man sich an Filme wie Braveheart erinnert. Wenn allerdings die Hälfte eurer Truppen dumm, faulenzend in der Gegend herumsteht nervt das schon ziemlich, besonders wenn man gerade auf seine Fernkämpfer angewiesen ist und diese wieder mal Däumchen drehen.

Ordnung ist das halbe Leben
Um auf dem Schlachtfeld allerdings dauerhaft erfolgreich zu sein muss man seine Einheiten entsprechend richtig formieren. Ein Grünschnabel unter den Anführern beherrscht nur die einfache Haufenformation, erfahrene hingegen kennen Formation für die Defensive oder Offensive. Es ist auch wichtig wie man seine Truppen positioniert und aufteilt, denn wenn man mit Kavallerie Fernkämpfer angreift haben diese nichts mehr zu lachen. In der Kampagne zählt allerdings eher die Masse der Einheiten. In den historischen Szenarien, die sie ebenfalls spielen können habt ihr hingegen keine Basis und müsst strategisch gegen die zahlreichen gegnerischen Heere ankommen. Erfahrene Strategen können sich da sehr gut austoben. In den Endlosszenarien geht es darum eine Basis komplett zu errichten und andere Stämme, die sich in der Gegend niederlassen zu vertreiben.

Wie sieht es denn aus zu den Zeiten?
Die Grafik von Against Rome ist heute nicht mehr zeitgemäß. Die flachen Einheiten sehen wie auf das Gelände aufgeklebt aus und die Landschaften bieten recht wenig Abwechslung. Schön hingegen sind das Wasser und die Zaubereffekte. Die Musik unterstreicht stimmig die dunkle Atmosphäre dieser Zeit. Wenn ihr den Multiplayermodus über das Internet spielen wollt, werdet ihr leider nur wenige Mitstreiter finde.

Fazit
Against Rome ist etwas für Leute, die bei einem Echtzeitstrategiespiel eher auf Action und Strategie ohne langen Basisbau stehen. Auch das Ressourcenmanagement nimmt eine untergeordnete Rolle ein. Das Ruhmpunktesystem des Anführers ist ein gelungenes Feature und auch die Motivation und die Formationen der Einheiten sorgen dafür, dass man ohne Strategie nicht weit kommt. Die Missionsziele sind aber dabei nicht sehr abwechslungsreich, die nichtlineare Kampagne entschädigt allerdings dafür und lädt zum Weiterspielen ein. Weshalb manche Missionen ein Kinderspiel sind, andere allerdings sehr fordernd kann ich euch auch nicht beantworten. Wegen der eher schlechten Grafik ist das Spiel außerdem nichts für Spieler die viel Wert auf diese legen.


Andreas Kunert - 13.01.2004



Gesamtübersicht: Against Rome

Unsere Bewertung:

Langzeitmotivation:
74%
Sound:
72%
Grafik:
48%
Singleplayer:
71%
Multiplayer:
72%
Informationen zum Spiel:

Hersteller:

Publisher:

Windows 98/ME/2000/XP, Pentium 800Mhz (oder kompatibel), 256MB Ram, DirectX 7 oder höher, DirectX-ko
System:

1,4 GB
CD/HD:

ca. 45 Euro
Preis:

Echtzeit-Strategie
Genre: