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Scarface The world is yours


Vom Film zum Spiel
Videospiele, die sich einen Film als Vorlage nehmen, gibt es zuhauf. Woran es den meisten aber fehlt, ist Motivation, Kurzweiligkeit und Abwechslung. Scarface - The World is Yours von Vivendi Universal bietet all das, ohne dabei den bereits vorhandenen Plot des berühmten Gangsterepos von Brian de Palma aus dem Jahre 1983 zu verwenden. Vielmehr fängt das Spiel dort an, wo der Film endet.

Viele werden sich damals sicher gefragt haben, was wohl mit Tony Montana, dem kubanischen Kokain-König geschehen wäre, wenn er den Angriff von Sosas Männern überlebt hätte. In der virtuellen Rolle von Tony Montana überlebt ihr knapp das Gefecht und flüchtet kurzerhand auf eine einsame, karibische Insel. Doch Tony Montana, der übrigens von Al Pacino gemimt wird, wäre kein echter Drogenbaron, wenn er seine freie Zeit nicht damit verbringen würde, einen fürchterlichen Racheplan auszuhecken.

Back to the roots
Zurück in seinem alten Revier merkt Tony schnell, was Sache ist. Sein Erzfeind hat sich das Imperium unter den Nagel gerissen und macht gutes Geld damit. Ihr beginnt das Spiel gleich nach dem Tutorial damit, Kontakte zu knüpfen und im virtuellen Miami der 80er Jahre mit kleinen Gefälligkeiten und Deals Fuß zu fassen. So bestehen die ersten Stunden darin, Dealer und Käufer ausfindig zu machen und "Geschäfte" zu tätigen. Nebenbei lasst ihr auch schon mal die ein oder andere Kiste Koks vor der Polizei verschwinden. Denn eine Razzia lässt eure Pläne ins Wasser fallen.
Doch während sich die Polizei noch mit etwas schmutzigem Geld zufrieden gibt, lassen sich die rivalisierenden Banden, die Tonys Revier in Beschlag nehmen, nur mit roher Gewalt in die Schranken weisen. So kann Tony auf eine große Auswahl von Waffen zurückgreifen und sich auch mit bloßen Händen Respekt verschaffen. Letzteres ist auch bitter nötig um im rauen Alltag von Miami Stand halten zu können.
Für erledigte und auf Knopfdruck verspottete Widersacher füllt sich Tonys Rage-o-Meter mit Mumm. So fällt er irgendwann in den Rage- Modus, die Sicht stellt sich um in die Egoperspektive und Tony ist unverwundbar. Mit jedem erledigten Feind füllt sich auch die Gesundheit wieder. So brachial wie sich das anhört, es macht mächtig Laune!

Vom Tellerwäscher zum Drogenbaron
Glücklicherweise ist der ehemalige kubanische Tellerwäscher im Kampf gegen die Unterwelt nicht allein. Um etwas Schwung in das Genre mit einzubringen hat Vivendi die Möglichkeit eingebaut, Gefolgsleute zu rekrutieren. Der erste im Bunde ist Euer persönlicher Fahrer, der Euren Wagen vorfährt - ein Anruf genügt. Eine andere Art, sich Respekt zu verschaffen sind die Exoten. Tony bekommt bei seinem ersten Bankbesuch einen Katalog, aus dem er sich Besonderheiten wie die Möblierung seiner Villa oder sogar einen Tiger kaufen kann - das nötige Kleingeld ist natürlich Grundvoraussetzung dafür. Und mehr Ansehen bedeutet mehr Macht und mehr Equipment für durchschlagende Argumente.

Das Zielsystem ist sehr gut gelungen. Mit L1 zielt Ihr auf Feinde, dabei könnt Ihr mit dem rechten Analogstick das Fadenkreuz nachjustieren. Das ist vor allem bei den hektischen Missionen auf dem Wasser sehr von Vorteil. Außerdem wird ein Tempomat eingestellt, wenn man während der Fahrt zielt.
Leider sind die Missionen insgesamt nicht so abwechslungsreich wie bei der Konkurrenz aus dem Hause Rockstar. Eigentlich besteht das eigentliche Missionsdesign aus der Wiedererlangung der Macht im Drogensumpf von Miami. Das gibt aber nur leichte Punktabzüge in der B-Note. Denn eigentlich machen die Missionen unheimlichen Spaß und auch Frust kommt wenig auf. Natürlich kommt es im späteren Spielverlauf schon mal vor, dass Ihr eine Mission noch mal wiederholen müsst, das ist aber ehr selten der Fall.

Wie im Film
Optisch macht "The World is yours" ganz schön was her. Das virtuelle Miami der 80er Jahre ist gekonnt in Szene gesetzt und geizt nicht an Details. Kleine Pools in öffentlichen Parks, die Bäume und die umherfahrenden Edelkarossen, alles ist perfekt integriert. Mit seinem 80er Jahre Flair steht das riesige virtuelle Miami den Genrekonkurrenten in keinster Weise nach. Die Mimik der Hauptdarsteller wurde gut eingefangen und man kann Al Pacinos virtuelles Konterfei sehr gut erkennen. Bei all der Action sinkt die Framerate nie in den Keller. Das Bild läuft konstant und gibt dem Spielspaß so wie bei vergleichbaren Titeln keinen Abbruch. Lediglich der teilweise schlechte Bildaufbau nervt etwas. Über die Popups der bei der grandiosen Weitsicht schon mal aufkommen stören wenig und sind beim Cruisen nicht zu erkennen. Explosionen sehen sogar noch schöner aus, als bei der Konkurrenz aus Italien, dem Paten. Fliegt einer der Boliden nach heftigem Schusswechsel in die Luft, wird das von einem physikalisch sauberen Schadensmodell begleitet. Das erinnert etwas an Driv3r, bei dem die Explosionen auch eines der Highlights waren - sogar für PS2- Verhältnisse.
Besonders authentisch sind auch die Boot- Abschnitte gelungen. Das Wasser sieht sehr schön aus, die Wellen sind richtig animiert und am Horizont zeichnen sich die Häuserschluchten von Miami ab.

Der Ton macht die Musik
Besonders gelungen ist auch die Sounduntermalung. Zwar wurde bei der Lokalisation mal wieder eingespart, doch macht das Spiel mit seiner perfekten englischen Synchro audiovisuell nichts verkehrt. Die professionellen Sprecher machen ihre Arbeit richtig gut und auch die Synchronisation in den in Spielgrafik gehaltenen Zwischensequenzen ist zu keiner Zeit verpatzt. So kommt das richtige Flair eines Scarface auf.
Was dann doch das ein oder andere leichte Gemüt stören könnte ist die teilweise derbe Aussprache von Tony Montana. Doch kommt mehr als einmal ein leichter Anfall von Spaß auf, wenn Tony seine gefallenen Widersacher per Knopfdruck verspottet: "I'm Tony F****ng Montana, you can't mess with me!"
Und was natürlich nicht fehlen darf ist eine gute Auswahl von Musik. Rund 100 Titel stehen Euch bei der Fahrt zur Verfügung. Dabei wurden vor allem die 80er berücksichtigt. Ihr findet hauptsächlich kubanische Musik aber auch das ein oder andere amerikanische Lied wie z.B. von Cypress Hill darf nicht fehlen. Per Menü könnt Ihr Euch auch auf eine bestimmte Musikrichtung festlegen, die dann aus Tonys virtuellem Radio ertönt.
Insgesamt ist der Sound in bester Dolby Pro Logic II Technik gehalten, was Eure Boxen mit Sicherheit zum Glühen bringt.

Fazit
Vivendi überrascht mich immer wieder mit neuen, frischen Ideen. So macht die virtuelle Wiedererlangung der Macht im Drogensumpf ganz schön was her: ein gut in Szene gesetzter Plot, stimmige Grafik und kurzweilige Action in einem. Man erkennt zwar häufig Parallelen zum großen Vorbild GTA, dennoch würde ich sagen, dass Scarface dank seiner frischen und innovativen Features den Referenten in einigen Punkten überholt hat. Wer also genug von schlechten Imitationen hat, der sollte Scarface eine Chance geben. Alle anderen bleiben beim Original.

Zwar ist Scarface ein wegen seiner Thematik nicht gerade unbedenklicher Titel und in die Hände von Kindern gehört das Spiel schon gar nicht, dennoch hat Vivendi das geschafft, wovon andere nur geträumt haben.
Scarface gibt�s auch für unterwegs. Scarface: Money, Power, Respect ist gleichzeitig für die PSP erschienen.


Karsten Recktenwald - 04.11.2006



Gesamtübersicht: Scarface The world is yours

Unsere Bewertung:

Langzeitmotivation:
79%
Sound:
87%
Grafik:
89%
Singleplayer:
88%
Informationen zum Spiel:

Radical
Hersteller:

Vivendi Universal
Publisher:

ca. 55 Euro
Preis:

Englisch
Sprache:

Action
Genre: