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Kino Mogul


Kleine Kinos sterben immer häufiger, seit sich die großen Kinoketten auch in kleineren Städten ausgebreitet haben. Welche Macht diese Ketten ausüben können, zeigte der Streit zwischen den großen Kinobetreibern (u.a. Cinestar und Cinemaxx) auf der einen Seite und dem Anbieter Fox auf der anderen Seite. Wollte Fox sein Fantasy Abenteuer "Eragon" noch im März auf DVD und damit nur wenige Wochen nach Kinostart herausbringen, so musste sich der Filmverleih nunmehr den Boykottdrohungen beugen und verschob den Start des Films auf April.

Bis dahin können wir das Geschäft eines Kinoinhabers mit der Wirtschaftssimulation "Kino Mogul" erlernen, die uns Comport Interactive und Donkey Games in Zusammenarbeit mit dem Kinobetreiber Kinopolis beschert haben. "Fange klein an, arbeite Dich bis ganz nach oben, und werde zum größten Kino Mogul im ganzen Land!" steht auf der Verpackung und so gleich stürzen wir uns ins große Business um Filme, Popcorn und kalte Cola.

Fange klein an...
Die Aufgabe der Verpackung nehme ich ernst und stelle fest - ich fange tatsächlich klein an. Nach der Wahl zwischen Freiem Spiel, Tutorial (kann man sich getrost schenken!) und der Kampagne, stehe ich vor meinem Kinopalast. Naja, Palast ist wohl der falsche Ausdruck. Palästchen käme dem näher, denn gerade einmal 100 Besucher fasst mein Kinosaal. An einen Ausbau ist vorerst nicht zu denken - wir sollten uns also erstmal mit dem Programm beschäftigen. Beim Filmverleiher leihen wir uns einen spannenden Film (einer reicht, wir haben ja nur einen Saal). Öhm, woran merke ich eigentlich, dass ein Film spannend ist? Ein Bewertungsbalken zeigt mir die Qualität des Films an. Je voller der Streifen ist, desto mehr Zuschauer zieht er an. Zudem hilft die Leihgebühr oftmals weiter. Je höher, desto besser und wenn ein Stern hinter dem Filmtitel ist, kann das auch nur von Vorteil sein. Warum aber will dieser Film nur nicht in meinen "Einkaufskorb"? Aha, meine Technik ist veraltet. Nicht alle Filme können auch im Kino gezeigt werden. Solange ihr mit 35mm Technik projiziert, werden 70mm-Filme oder Digitalfilme nicht freigegeben. Auch hier sollten wir schnellstmöglich was ändern.

Weil zum Kino auch Popcorn, Cola und sonstige Snacks gehören, füllt ihr im Supermarkt Eure Vorräte auf. Diese Vorräte solltet ihr immer im Auge behalten, denn sie sind ein kleines gewinnbringendes Zubrot für eure Kassen. Jetzt schnell in die Werbeagentur und einen guten Werbevertrag ausgewählt, denn mit Snackverkäufen und Eintrittskarten allein lässt sich es nicht gut leben. Bei der Laufzeit solltet ihr immer abwägen, ob ihr auch die Anzahl an Zuschauern erreichen könnt. Je mehr Zuschauer, desto höher die Dotierung. Um den Bekanntheitsgrad zu steigern, dürft ihr auch noch in der Marketing-Agentur vorbeischauen, wo ihr euer Kino bekannter machen dürft. Wer mehr Personal braucht, der wirft noch einen Blick in die Arbeitsagentur und wer mehr Geld braucht, schaut im Finanzbüro vorbei. Tja, und das waren soweit auch schon alle Örtlichkeiten, die ihr im Spiel aufsuchen dürft. Immerhin Marketing und Werbeagentur hätte man sogar zu einem Zielort zusammenfassen können.

Arbeite Dich bis ganz nach oben...
Eines der gravierendsten Probleme von Kino Mogul hat man, wenn man sich noch mal an die Verpackung erinnert. "... arbeite Dich bis ganz nach oben und werde zum größten Kino Mogul im ganzen Land!" Hört sich verlockend an, aber wenn das meine Maxime bei diesem Spiel ist, dann habe ich gleich nach der Installation gewonnen! Warum? Weil ich doch schon ganz oben bin! Wie soll ich noch der größte Kino Mogul werden, wenn ich dies doch schon bin - ohne auch nur einen Film ausgestrahlt zu haben? In Kino Mogul bist du als Spieler alleine - es gibt keine Konkurrenz, die es zu schlagen gilt. Und so frage ich mich schon nach weniger als 30 Minuten, was mich an diesem Spiel noch reizen soll? Zuzuschauen, wie sich die Besucherzahlen ändern, wie der Kontostand nach oben geht und wieder runter, das reizt doch wohl nur die wenigsten länger als 30 Minuten. Einziger Motivationsfaktor bleibt so, das Kino auszubauen. Und bis man damit anfangen kann, ist man vom Zuschauen oft schon ermüdet. Konkurrenz belebt das Geschäft und das bestätigt sich in Kino Mogul einmal mehr. Hier fehlt sie ganz eindeutig!

Auch die Comicgrafik mit ihren extrem spärlichen Animationen weiß nicht zu gefallen. Ähnlich wie in PrimeTime - Der Fernsehmanager bewegt man sich in einer Stadt fort. In den Gebäuden selber gibt es nur wenige Interaktionsmöglichkeiten. Wer sie nicht auf Anhieb findet, kann mit der F1-Taste alle Möglichkeiten anzeigen lassen. Ein wenig erinnerte mich die Grafik und die Schrift an ein Spiel aus den 90er Jahren - MAG, welches damals den Computerspiel-Zeitschriftenmarkt simulierte. Der Sound überzeugt ebenfalls nicht. Die Musik läuft im Hintergrund. Immerhin nimmt man sie kaum wahr. Das Gameplay ist soweit okay - man findet sich schnell zu Recht, was aber angesichts des wenigen, das es zu tun gibt, nicht schwer ist. Nur hin und wieder nervt es, dass man Meldungen nicht mit der rechten Maustaste wegklicken kann (wie andere Fenster), sondern sie "umständlich" mit Okay bestätigt werden müssen. Vermutlich dachten sich die Programmierer aber auch nur, dass man so nicht versehentlich wichtige Nachrichten einfach schließt. Der Bestand von etwas mehr als 200 Filmen zu Beginn des Spiels klingt nach reichlich wenig. Ist es auch! Dank des Editors dürfen die fiktiven Filmtitel wenigstens geändert und sogar um weitere Filme ergänzt werden. Nette Goodies sind der Film Elephants Dream sowie ein Gutschein fürs Kinopolis, oder dem mathäser Kino, oder dem Cinemaxx Darmstadt oder einem Citydome Kino, welcher dem Spiel beiliegt.

Fazit: Erinnerungen werden wach
Dass mich die Grafik an MAG erinnert, hatte ich bereits geschrieben. Woran aber erinnert mich Kino Mogul noch? Klar, es erinnert mich stark an das in ebenfalls in den 90er Jahren veröffentlichte Hollywood Pictures. In dem Spiel hatte man einst ebenfalls ein kleines Kino zu führen (Filme leihen, Preise festlegen), konnte sich aber nach einer bestimmten Zeit auf das weitaus lukrativere und mehr Spaß machende Geschäft des Filmproduzierens konzentrieren. Kino Mogul belässt es tatsächlich beim Part des reinen Kinobetriebs, der um wenige Funktionen (Snacks, Werbung, Marketing, Einrichtung und Arbeitsagentur) ergänzt wurde.


Ich halte Hollywood, Kinos, Filme und Stars für ein sehr interessantes Themengebiet. Kino Mogul (Version 1.02) aber tangiert mich nicht. Viel zu langweilig und gähnend ermüdend kommt das Spiel daher. Es bietet nichts, was mich lange genug an den Bildschirm fesseln kann. Selbst das 1991 erschienene Mad TV oder auch das bereits erwähnte Hollywood Pictures faszinieren mich heute noch mehr als Kino Mogul. Somit ruhen meine Hoffnungen als Fan von Wirtschaftssimulationen also einmal mehr auf Hollywood Pictures II.


Uwe Billen - 19.02.2007



Gesamtübersicht: Kino Mogul

Unsere Bewertung:

Langzeitmotivation:
29%
Sound:
55%
Grafik:
48%
Singleplayer:
41%
Informationen zum Spiel:

Hersteller:

Publisher:

Intel / AMD Prozessor mit 1Ghz, 512 MB RAM, Windows 98SE, 2000, XP und Vista
System:

ca. 35 Euro
Preis:

Deutsch
Sprache:

Wirtschaftssimulation
Genre: