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Hellgate: London (Betatest)


Dass unser Alex einen Betakey für Hellgate: London bekam, freut uns für ihn. Schade natürlich, dass sein Rechner keinen Geschmack am Spiel fand, weswegen der Key an uns ging und unser Rechner zögerlich zwar, aber letztlich doch die Betaversion des Action-Rollenspiels abspielte. Was wir dabei als Dämonenjäger erlebten, berichten wir euch von unserem Beta-Ausflug.

Story und Grundlagen
Finsternis, züngelnde Flammen, hervorquellende Lava, leicht verwirrte NPCs. Wen wundert’s, schließlich wurde London 2020 von höllischen Horden überrannt, die die Metropole zerstörten und ihre Bewohner zwangen, sich in abgeschottete U-Bahn-Stationen zurückzuziehen, von wo aus der Kampf gegen die vielfältig missgestalteten Kreaturen geführt wird.
30 bis 40 Stunden Spielzeit werden veranschlagt, um der Haupthandlung zu folgen. Damit es darüber hinaus interessant bleibt, gibt es zahlreiche Nebenquests und Fraktionsaufgaben. Es stehen zwei Spielmodi zur Verfügung, der Einzelspielermodus (zu dem es eine Demoversion gibt) und der Onlinemodus, wobei zweiterer sich in einen kostenfreien und einen kostenpflichtigen Teil spaltet (hierzu später Näheres).
Das Spiel ist aktuell in drei Akte unterteilt. Es gibt Gerüchte, wonach es einen vierten oder fünften Akt geben soll, doch außer einem mehrdeutigen Satz der Entwickler gibt es nichts, was die Vermutung untermauert. Egal, wieviele Akte es geben wird, fest steht, dass verschiedene Schwierigkeitsstufen freigespielt werden können.

Genremix
Das Spiel mixt verschiedene Genres. Da ein Vergleich mit Diablo 2 naheliegt, tun wir das – Hellgate: London ist dem letzten Spiel von Bill Roper ähnlich und auch wieder nicht. Ganz im Sinne des früheren Klassikers haben wir reichlich Hack 'n' Slay-Möglichkeiten, doch finden wir uns in einem postapokalyptischen Setting wieder.
Unsere Sorge, dass wir für das Spiel ausgeprägte Shooter-Fähigkeiten benötigen, zerstreute sich. Zwar erlaubt die Ego-Sicht ein entsprechendes Schießgefühl, doch ist die Trefferzone ungleich größer. Besondere Treffsicherheit ist nicht vonnöten, solange man nicht meilenweit vorbeischießt. Natürlich gibt es auch eine isometrische Ansicht. Viele Basisfeatures des Spiels wie Stadtportale, zufällig generierte Maps, die Notwendigkeit, Gegenstände zu identifizieren, und jede Menge Items sind aus Diablo 2 übernommen worden und erfüllen auch hier hervorragend ihren Zweck.

Charakter, Rüstungen, Waffen
Zu Beginn des Spiels stehen Charakterwahl und Individualisierung der Figur an. Bei dieser gibt es viele Einstellungsmöglichkeiten, was Größe, Umfang, Haut- und Haarfarbe sowie Frisur angeht. Als Klassen stehen Nahkämpfer und Caster zur Verfügung. Jene umfassen den Guardian und den Blademaster, diese den Summoner, den Evoker, den Engineer und den Marksman. Der Summoner beschwört elementare Diener, und bei entsprechender Ausbildung seiner Fertigkeiten kann er fast eine Fußballmannschaft um sich scharen. Der Engineer hat vergleichbare Fähigkeiten, doch baut er seine mechanischen Begleiter selbst. Der Evoker ist quasi ein Magier und hantiert mit Blitzen, Energiefeldern und Schilden. Der Marksman ist ein hervorragender Schütze. Blademaster und Guardian stehen dem Gegner direkt gegenüber.
Einen Tank oder klassischen Heiler gibt es in Hellgate: London nicht. Jede Figur kann viele Waffen nutzen, von denen es über 100 verschiedene mit vielfältigen Wirkungen gibt. Diese Waffen sind häufig mit Sockeln ausgestattet, in die Relikte eingesetzt werden können. Dadurch erhöht sich der Schaden der Waffe, oder sie bekommt Bonuseigenschaften wie zusätzlichen Blitzschaden. Die benutzten Relikte sind nicht auf ewig verloren, wenn die Waffe gewechselt wird. Einfach die Relikte ausbauen und in die nächste Waffe einsetzen. Die alte Waffe könnt ihr wie jeden anderen Gegenstand verkaufen oder in Einzelteile zerlegen. Die gewonnenen Materialien können zur Herstellung neuer Gegenstände benutzt werden.
Trotz teilweise heftiger und langer Kämpfe ist es nicht nötig, die Ausrüstung zu reparieren. Da dieser Punkt laut Flagship aber diskutiert wird, ändert sich das eventuell noch.
Alle Gegenstände werden nach sieben Stufen unterteilt, an deren Spitze seltene, einzigartige und legendäre Gegenstände stehen.

Gegner und ihre bevorzugte Umgebung
Ein Zombie mit anderthalb Armen bevorzugt offenbar eine zerstörte, qualmende Umgebung, wogegen andere die wissenschaftliche Stille eines Museums mögen.
Sicher ist: Überall im ersten Akt ist es düster. Das kann auf Dauer zermürben, zumal auch die Stationen nicht aufheiternd sind. Es gibt keine „entspannte“ Atmosphäre, die monsterfreien Räume sind klein und niedrig und die wiederkehrenden Kampfgebiete präsentieren trotz zufallsgenerierter Umgebung stets sehr ähnliche Ansichten. Da wir nur den ersten Akt sahen, gilt diese Aussage jedoch nicht in Bezug auf das ganze Spiel.
Der Zufallsgenerator erzeugt zwar bei jedem Betreten der instanzierten Gebiete eine neue Karte, so dass ihr nie sicher wisst, ob an einer Ecke wieder das gleiche Monster steht, zumal sich auch die Zusammensetzung der Gegner bei einem erneuten Besuch eines Gebiet ändern kann, doch alles in allem ist das Kartendesign eher einfallslos.
Solltet ihr an der Masse der Gegner scheitern, nützt es nicht immer, Hilfe zu suchen, denn die Anzahl der Monster erhöht sich mit jedem Spieler, der mit euch die Karte betritt. Wo vorher 40 Monster waren, tummeln sich schon 80 von ihnen, wenn ihr zu zweit die Instanz erkundet.


Wie sieht es aus und wie klingt es?
Es sind immer graue, zerstörte Gebäude mit kaputten Fenstern, Trümmer und Autowracks auf den Straßen, aufgebrochene Asphaltdecken, aus denen Lava quillt, Höllentore hier und da. Es gibt allerlei Kisten und Tonnen, die Geld enthalten, und es stehen erstaunlich oft unbeschädigte Gasflaschen herum, die hilfreiche Dienste leisten können.
Trotz der ewigen Düsternis müssen wir anerkennen, dass es eine grafisch überzeugende Finsternis ist. In den Glasresten spiegelt sich die Umgebung, auch bei Kameradrehung, es gibt Hitzeflimmern, Helligkeit spiegelt sich in Rüstungen und Waffen. Die Texturen und Lichteffekte sind sehr schick, aber trotz dieser Leistung der Grafikengine wurde darauf verzichtet, die Rüstung durch den Kampf zum Beispiel zu verschmutzen oder mit Kratzern zu versehen, auch Blut wird trotz allen Gemetzels keines verspritzt. Das hat den Vorteil, dass die teilweise sehr coolen Rüstungen immer schick aussehen. Damit das auch während des Spiels so bleibt, sorgt ein Färbesystem dafür, dass euer Charakter stets so aussieht, als gehörten alle Rüstungsteile zusammen. Das wird sicherlich für Gilden interessant, die ihren Mitgliedern ein einheitliches Farbschema anbieten können.
Die Monster sind gruselig, aber in ihrer Widerlichkeit gut anzusehen, detail- und abwechslungsreich. In Hellgate: London gibt es zudem eine Kollisionsabfrage. Wenn euch ein riesiger Fleischklops grunzend in eine Ecke gedrängt hat, müsst ihr euch da herauskämpfen oder sterben, weg kommt ihr jedenfalls nicht. Sehr passend sind die Geräusche, die die Gegner machen, auch die Umgebungssounds wie knisterndes Feuer sind gelungen. Ziemlich störend empfinden wir derzeit die Musik, die willkürlich eingespielt wird, ohne erkennbaren Grund, und einfach wieder aufhört. Düstere und geheimnisvolle Musikrichtungen dominieren, aber ein erkennbarer Zusammenhang zum Spiel oder zum Charakterverhalten fehlt.

Talente, Interface, Gameplay, Quests
Zunächst wirken die Talentbäume (die zudem in Englisch sind) abschreckend, doch erschließen sich die Beschreibungen meist schnell. Trotzdem sollten Punkte mit Bedacht vergeben werden. Einmal gesetzte Punkte sind weg. Wenn euch eine andere Verteilung reizt, müsst ihr einen neuen Charakter anfangen. Inwiefern „klassentypische“ Skillungen für das spätere Spiel nötig werden, ist aktuell unklar. Es wirkt jedoch, als könnte jede Klasse alleine spielen. Dass in Gruppen die verschiedenen taktischen Möglichkeiten hilfreich sind, steht dabei jedoch außer Frage.
Die Vielzahl an Talenten, Schadensarten und Taktiken ergibt unglaublich viele Möglichkeiten, den gewählten Charakter zu spielen, doch passieren hier sicher ab und an Dramen, weil die einmal gewählte Punkteverteilung doch nicht gefällt.
Das Interface präsentiert sich einfach und übersichtlich, wie auch andere Menüs. Ein ganz besonderes Feature, das man nicht mehr missen möchte, wenn man es erst einmal entdeckt hat, ist die „schlaue“ Shift-Taste. Diese Taste bietet je nach Situation eine passende Aktion an. Wenn ihr lauft und die Shift-Taste drückt, sprintet ihr. Befindet ihr euch in einem Kampf, dann aktiviert Shift etwa einen Klingenwirbel. Die Belegung dieser Taste könnt ihr ändern.
Alles in allem präsentiert sich das Spiel als leicht zugängig (Sprachbarrieren außer Acht gelassen), im bisherigen Spiel waren auch keine besonderen Taktiken nötig, und sollte sich ein Boss als zäh erweisen, besucht man diesen halt zwei Level später erneut.
Das erlöst vom Warten auf eine passende Gruppe. Da schon die Zusammenstellung der Gruppen nicht den starren Regeln anderer MMORPGs unterlegen ist, gewinnt Hellgate: London deutlich an Spielgeschwindigkeit. Auch allein könnt ihr gut losziehen und spielt je nach Zeitfenster 15 Minuten ebenso zufrieden wie fünf Stunden. Viele kurze Quests unterstützen das. Auch sonst gibt es keine Wartezeiten. Besonders World of „Waiting“ verliert dagegen vollständig. Ob man mit 15 Minuten Spielzeit hinkommt, sei dahingestellt, denn die Faszination, die von Diablo ausging, findet sich hier genauso. Massig Beute, interessante Gegenstände, die auch episch sein können, wenn ihr Level 5 seid, die Aufwertung der Gegenstände, mal schnell noch diesen Auftrag erledigen, noch eben den Levelanstieg...
Bosskämpfe sind immer spannend, denn die Bosse bekommen zufällige Spezialfähigkeiten. Bei einer Kombination aus Schild und Heilerfähigkeit könnt ihr dann leider meist einpacken. Solltet ihr trotz guter Solomöglichkeiten Lust auf Gemeinschaft verspüren, nutzt das Gruppensuchtool, das ist einfach, wurde aber zumindest in der Betaversion kaum genutzt.
Die Quests werden von den NPCs in den Stationen vergeben, ab und an gibt es Quests von einer Art Aushang. In den meisten Fällen, vor allem im ersten Akt, sind es unkreative Monster-Schnetzel-Quests. Immerhin macht ihr dabei viel Geld. Alles in allem ist das erträglich, etwas mehr Abwechslung hätte dem Spiel aber zumindest in den ersten Abschnitten gut getan.

Was noch alles fehlt
Bisher fehlen dem Spiel einige Dinge, die den Spielfluss erheblich verbessern würden, etwa ein Handelssystem, das eine Verknüpfung der Gegenstände im Spiel direkt ermöglicht. Derzeit ist es notwendig, die Eigenschaften der Gegenstände im Allgemeinchat abzutippen oder im Forum zu posten. Ein Auktionshaus fehlt ebenso wie ein Postsystem. Die Bank, von der einige Slots charakterübergreifend nutzbar sind, ist klein. Möglichkeiten für Gilden wie Wappenröcke oder ein Gildensystem sind nicht implementiert. Das PvP-System soll laut Roper an die Wünsche der Spieler angepasst werden. In der Betaversion gibt es kaum Möglichkeiten für Kämpfe gegen andere Spieler, nur eine Arena bietet Gelegenheit, die wir aber nicht ausprobiert haben. Belohnungen für die Kämpfe dort sind bisher nicht vorhanden, sondern sollen erst in Zusammenarbeit mit den zukünftigen Abonnenten erstellt werden. Demnach ist völlig offen, wann und in welcher Form PvP in Hellgate: London möglich sein wird.
Vieles davon soll später hinzugefügt oder überarbeitet werden, manches findet sich vielleicht auch nur in Premium-Accounts.

Spielmodi und Accounts
Zwei Modi werden im Spiel zur Auswahl stehen: Einzelspieler- und Onlinemodus, der sich in kostenfrei und kostenpflichtig unterteilt.
Der kostenfreie Teil enthält alle Spielinhalte. Auch Support, Gilden und Auktionshaus stehen zur Verfügung, und alles ist immer gemeinsam spielbar mit Spielern, die einen Premium-Account besitzen und von Bill Roper als Elitespieler bezeichnet werden.
Das Premium-Accounts wird dagegen fortlaufend mit neuen Inhalten versorgt. Das können neue Fähigkeiten, Gegenstände, Quests, Levels, Monster oder leuchtende Rüstungen (um den Elitespieler optisch hervorzuheben) und mehr sein, was mit regelmäßigen Patches geliefert wird. Um einen solchen Account zu bekommen, werden derzeit 9,99 Euro monatlich fällig.
Die gesamte Unterscheidung der freien und der Elitespieler findet ihr wunderbar aufgelistet auf der deutschen Hellgate-Seite.

Fazit
Trotz zahlreicher Bugs, nervender Abstürze und plötzlich verschwundener Charaktere hat die Betaversion von Hellgate: London einen ziemlich starken Eindruck bei uns hinterlassen. Ob wir uns zum Elitespieler mausern werden, ist noch ungewiss, aber kaufen werden wir den Titel am 31. Oktober auf jeden Fall. Er überzeugt sowohl grafisch als auch von der Geschichte her, und der kostenfreie Teil enthält vieles, was andere MMORPGs so nur gegen hohe Monatsgebühren bieten.


Charlotte Messerschmidt - 27.10.2007



Gesamtübersicht: Hellgate: London (Betatest)

Informationen zum Spiel:

Hersteller:

Publisher:

ca 50 Euro
Preis:

Englisch
Sprache:

Action Rollenspiel
Genre: