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WWE - Legends of WrestleMania


Jugendsünden
Ich war noch jung, ja noch fast ein Kind, als ich erstmals mit dem Wrestling in Kontakt kam. Damals war es – vor langer, sehr langer Zeit - als bei RTL noch zu später Stunde ein als Pirat verkleideter Moderator namens Horst „Der Zerstörer“ Brack und sein Co-Kommentator Joe Williams auf Sendung gingen. Okay, es könnte auch anders herum gewesen sein – Joe Williams, der eigentlich immer kompetenter erschien und Horst „Der Zerstörer“ Brack – Großmaul und Dummschwätzer, Co-Moderator eben. Sie präsentierten Wrestling als Sport. Vor diesem Zeitpunkt kam ich erst einmal mit damit in Kontakt und kannte Hulk Hogan nur als Gegner von Rocky Balboa in „Rocky 3 – Das Auge des Tigers“. Schon damals fand ich ihn hässlich.

Heute, 20 Jahre später, ist Wrestling bei mir in Vergessenheit geraten – doch Hulk Hogan finde ich noch immer hässlich. Okay – ich hatte das Vergnügen, WWE Smackdown vs. Raw 2008 für die PS3 zu testen, aber aus meiner Jugend sind mir nur noch wenige Namen in Erinnerung geblieben. Den Undertaker fand ich schon immer charismatisch und über die Road Warriors Hawk und Animal, von denen ich einst ein großer Fan war, musste ich leider beim Schreiben des Artikels lesen, dass Hawk bereits im Jahr 2003 den Ring der Lebenden verlassen hat. Legende eben. Zu „meiner Zeit“ hieß das Ganze auch noch WWF (World Wrestling Federation) – wegen der Verwechselungsgefahr mit der gleich abgekürzten Umweltorganisation WWF musste der Name jedoch geändert werden.

Legenden oder alte Opas?
Die gute alte Zeit – mit WWE Legends of WrestleMania könnt ihr euch die Wrestling-Stars der 80er und 90er Jahre auf die PS3 holen. Wrestling-Game-Publisher THQ hat hierzu viele der namhaften Wrestler jener Zeit auf den Bildschirm gebannt. 40 WWE-Legenden sind dabei – darunter Hulk Hogan, The Road Warriors, Yokozuna, der Ultimate Warrior, Andre – The Giant, Hacksaw Jim Duggan, Jake „The Snake“ Roberts, Rowdy Roddy Piper, Ric „Nature Boy“ Flair, The Undertaker mit Manager Paul Bearer – sie alle und noch viele Wrestler mehr sind an Bord von WWE Legends of WrestleMania. Kann WWE Legends of WrestleMania aber auch die Legenden von damals wiederbeleben?

Sport oder Show?
Nach dem flotten Start des Games könnt ihr zwischen Exhibition Match, dem WrestleMania Tour Modus und dem Legend Killer wählen. In ersterem könnt ihr mit allen gegen alle antreten und auch gleich Titelkämpfe absolvieren – darunter stehen Einzelmatches, Tag-Team-Matches, der Royal Rumble und noch einige mehr zur Auswahl. In Legend Killers müsst ihr gegen zehn Legenden antreten und in WrestleMania Tour Modus spielt ihr legendäre Matches nach – könnt diese aber auch neu definieren. Das ganze sieht grafisch durchaus gut aus. Die Figuren sind allesamt sehr detailliert ausgearbeitet - Hawk und Animal von den Road Warriors finde ich besonders gelungen. Anders der Undertaker – er wirkt im Ring wie aufgesetzt.

Ein Highlight der Wrestling-Matches sind die Showelemente wie z.B. der Einmarsch. Dieser wurde bei jedem Wrestler individuell und nah am Original nachempfunden. So kommt der Undertaker ruhig und bedächtig zu den Klängen von Venedigs Totenglocke und Chopins Trauermarsch – auf Wunsch begleitet vom Manager Paul Bearer – zum Ring, während Hacksaw Jim Duggan wie ein aufgedrehter Adrenalin-Junkie zum Ring gerannt kommt. Ja, da kommen Erinnerungen auf. Wem es dennoch langweilig wird die immer gleichen Sequenzen anzuschauen, kann sie abschalten (je öfter man das macht, desto schneller merkt das Programm das und schlägt das Abschalten vor).

Showspektakel - oder grafischer Einheitsbrei?
Die Animationen dagegen wirken nicht immer flüssig. Das trübt den Spielspaß ein wenig. Wrestling Matches gleichen anfangs fast immer einer reinen Prügelei, Schläge und Tritte gehören zum Grundrepertoire. Die Special Moves wirken an sich hübsch, kommen aber erst nach etwas Übung. Nicht immer macht der Wrestler das, was man von ihm erwartet – aber nett schaut es dennoch aus. Der Sound ist gelungen – die originalen Einmarsch-Songs kommen fetzig rüber (vor allem, wenn die PS3 an einer Soundanlage angeschlossen ist) und auch Schläge und Geräusche während des Kampfes passen. Gut für die Atmosphäre ist der Kommentator – auch wenn sich seine Kommentare allzu schnell wiederholen … leider. Videos während der WrestleMania Tour sorgen für Abwechslung – und erklären die Story, die zu
dem Zwist zwischen den beiden Kämpfern kam. Diesen Aufnahmen merkt vielleicht noch am deutlichsten an, dass ihr es hier mit einem Game zu tun habt, welches die Stars der 80er und 90er behandelt – Aufnahmen in 4:3 und eine Bildqualität unter aller Sau sind einer PS3 von heute nicht würdig.
Mit ein bisschen Übung hat man die Schlagkombinationen schnell drauf. In besonders spektakulären Szenen müsst ihr den richtigen Button zum rechten Zeitpunkt treffen. Ansonsten startet der Gegner womöglich schneller eine Gegenaktion, als ihr gucken könnt.

Fazit
Im ersten Moment fühle ich mich zurückgesetzt in eine alte – vergessene – Zeit. Daher grüße ich an der Stelle meinen Tag-Team-Partner der 8. Klasse – Motte. Mit viel Freude spiele ich mit den Helden meiner Kindheit. Dann aber wird mir schnell klar, dass die Zeiten vorbei sind. Wrestling ist nur eine Show. Und genauso kommt Legends of WrestleMania daher – es ist eine Show, die im ersten Moment fesselt und einen dann nach recht kurzer Zeit schon wieder los lässt. Obwohl es mit Sicherheit bessere gibt, so ist Legends of WrestleMania als Hau-Drauf-Game für zwischendurch durchaus geeignet und macht Spaß.


Uwe Billen - 07.04.2009



Gesamtübersicht: WWE - Legends of WrestleMania

Unsere Bewertung:

Langzeitmotivation:
75%
Sound:
75%
Grafik:
74%
Singleplayer:
75%
Informationen zum Spiel:

Hersteller:

Publisher:

PS 3
System:

ca. 65 Euro
Preis:

Englisch/Deutsch
Sprache:

Action
Genre: