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The Getaway (PS2)


Ein Schweizer auf der Flucht: Tim Richter machte sich kürzlich auf und davon - mit The Getaway auf Sonys Playstation2. Wie das Spiel gestaltet ist und ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr bei uns:

Befinde ich mich schon im Spiel, oder läuft da immer noch die Zwischensequenz? Diese Frage müsst ihr euch in The Getaway öfters stellen. Das Spiel verzichtet nämlich auf sämtliche Anzeigen auf dem Bildschirm, wie zum Beispiel den Gesundheitszustand oder eine Stadtkarte, so dass man meinen könnte, man sehe sich den neusten Gangsterstreifen aus Hollywood an. Wie das Spiel wirklich ist, lest ihr hier.

Die Story
Das Leben ist für Ex-Bankräuber Mark Hammond wirklich nicht einfach. Gerade wurde er aus dem Knast entlassen und versucht seine Vergangenheit hinter sich zu lassen, da muss er gleich den nächsten Schicksalsschlag einstecken. Die Männer seines ehemaligen Arbeitgebers, Charlie Johlson, versuchen, seine Frau und seinen Sohn zu entführen. Unglücklicherweise wird bei diesem Entführungsversuch seine Frau ermordet. Sein Sohn wird wie geplant entführt. Da dieser sich nun in Johlsons Gewalt befindet, erpresst er ihn und lässt ihn Aufträge erledigen, für die Hammond wieder direkt im Gefängnis landen könnte. Hammond spielt die kranken Spielchen seines ehemaligen Bosses mit, mit dem Gedanken, das Leben seines Sohnes retten zu können. Ob das gelingt, erfahrt ihr im Verlauf des Spiels.

Filmreife Präsentation
Wie schon erwähnt, versucht das Spiel, eine möglichst filmreife und realistische Darstellung zu erreichen. Man engagierte sogar bekannte Schauspieler, die den Hauptfiguren ihre Gesichter und ihre Stimme liehen. Zusätzlich verzichtet The Getaway auf sämtliche Bildschirmanzeigen. Ob das dem Spiel wirklich zugute kommt werdet ihr später sehen. Eine deutliche Gewaltdarstellung und der rege Gebrauch von Schimpfwörtern wurden ebenfalls nicht gescheut. Das Ganze wirkt jedoch nicht übertrieben, sondern durchaus realistisch.

London – Ich komme
Da bei The Getaway das Gefühl vermittelt werden soll, direkt in einem Film mitzuspielen, gibt es natürlich auch kein Tutorial. Nach dem Intro schlüpft ihr sofort in die Haut des Protagonisten. Ihr
sollt euch gleich einen Wagen schnappen und die Entführer eures Sohnes durch das bis ins Detail nachgebildete London verfolgen. Ein ziemlich schwieriges Unterfangen, wenn ihr euch vorher nicht das Handbuch angesehen und euch mit der Steuerung vertraut gemacht habt. Die Steuerung ist aber nicht so recht gelungen. Wie in GTA Vice City seht ihr den Protagonisten aus der Verfolgerperspektive. Mit dem linken Analog-Stick steuert ihr die Figur durch die Gegend, während R1 und R2 für das Zielen und das Viereck für das Schießen zuständig sind. Beim Zielen habt ihr zwei verschiedene Möglichkeiten: Drückt ihr R1, wird automatisch der nächste Gegner anvisiert. Drückt ihr R2, gelangt ihr in den freien Zielmodus. Beide Varianten haben so ihre Tücken. So kann es passieren, dass beim automatischen Zielen nicht der gewünschte Gegner anvisiert wird, was dann sehr schnell zum Tode führen kann. Beim freien Zielmodus trefft ihr dagegen meist das Ziel nicht, da es kein Fadenkreuz gibt.
Andere Aktionen führt ihr mit der X-Taste aus. Welche Aktion jedoch ausgeführt wird, hängt von der Situation ab, in der ihr euch gerade befindet. Steht ihr neben einer Wand, lehnt Hammond sich dagegen, um beispielsweise um eine Ecke zu spähen oder schießen zu können. Steht ihr aber nahe bei einer Person, wird diese ganz schnell zum menschlichen Schutzschild. Die X-Taste mit mehreren Funktionen zu belegen, ist eine ziemlich misslungene Idee, da meist nur ein einziger Schritt über Gelingen oder Scheitern einer Mission entscheidet und ihr so nie sicher sein könnt, welche Aktion Hammond dabei ausführt.
Eine weitere Schwierigkeit stellt die Kameraführung dar. So kann es schon mal vorkommen, dass ihr einen kleinen Kreis machen müsst, um wieder in die andere Richtung laufen zu können. Es wäre vielleicht sinnvoll gewesen, wenn man mit dem sowieso unbelegten zweiten Analog-Stick die Kamera hätte schwenken können.

Realistisch, aber…
Wie schon erwähnt, wurden in The Getaway sämtliche Bildschirmanzeigen weggelassen, um möglichst realistisch zu wirken. Das kommt dem Spiel aber nicht zugute. Über euren Gesundheitszustand informieren euch lediglich die Körperhaltung eures Charakters und die Anzahl der Blutflecken auf dessen Kleidung. Wollt ihr euch wieder heilen, müsst ihr euch gegen eine Wand lehnen und wie von Geisterhand verschwinden die Blutflecken auf eurem Körper. Dieses Feature wirkt ziemlich eingeschoben und man kann sich fragen, ob es nicht glaubwürdiger gewesen wäre, wenn man in den Levels ein paar Medipacks platziert hätte, die den Gesundheitszustand wiederherstellen.
Weiter fehlen euch auch Informationen, wie viele Patronen sich gerade in eurer Waffe befinden, oder wo in London ihr euch gerade befindet. Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid, ist das Fehlen einer Karte besonders störend. Lediglich ein Blinker zeigt euch die ungefähre Richtung zum nächsten Zielort an. Das Ganze ist ziemlich ungenau, und so überrascht es wohl kaum, dass man sich im großen London öfters verirrt. Dies kann vor allem bei Missionen mit Zeitlimit unangenehme Folgen haben.
Insgesamt steuert ihr Hammond durch 24 Missionen, von denen man einige erst spielen kann, wenn man das Spiel durchgespielt hat und noch einmal von vorne beginnt, dann jedoch als Polizist. Die Missionen sind sehr abwechslungsreich und sorgen dafür, dass das Spiel auch nach längerer Spielzeit nicht eintönig wird.

Voll verpixelt
Wer sich die frühen Screenshoots zu The Getaway angeschaut hat, war sicher fasziniert. Das virtuelle London von Sony konnte stets durch seine Fülle an Details begeistern, was vor allem auf die scharfen Texturen zurückzuführen war. Man konnte gespannt sein, ob The Getaway wirklich halten kann, was es verspricht. Leider muss man sagen: nein. Aus der Nähe wirken die Texturen überhaupt nicht scharf, und man sieht meist nur einen unscharfen Pixelbrei. So wurden auch oft detaillose Texturen verwendet, welche Wände und Böden darstellen sollten. Gut gelungen sind allerdings die Fahrzeug- und Charaktermodelle sowie einige tolle Animationen, die besonders auffallen, weil viele andere doch sehr steif wirken. Während man bei den Autos über 60 Modelle originalgetreu nachgebildet hat, ist das Waffenarsenal eher spärlich ausgefallen. Hier hat man lediglich die Beretta, die AK47, die Pumpgun und einen Revolver ins Spiel integriert.

Sound
Da man bei The Getaway besonderen Wert auf die Story gelegt hat, wurden natürlich auch alle Zwischensequenzen komplett ins Deutsche übersetzt. Stellenweise erreicht die Übersetzung sogar Film-Niveau, wobei die englische Version noch einen Tick besser klingt.
Auch an den Soundeffekten gibt es wenig auszusetzen. Schuss- und Motorengeräusche wirken authentisch. Zusammen mit der zu der Situation passenden Musik ergibt sich ein wirklich gelungenes Klangbild.

Fazit
Leider kann The Getaway den hohen Erwartungen nicht gerecht werden. Nach den wirklich beeindruckenden Screenshoots durfte man vor allem von der Grafik etwas mehr erwarten. Nicht nur die Grafik, auch die misslungene Kameraführung und die nervige, nicht frei konfigurierbare Steuerung dämpfen den Spielspaß beträchtlich. Daran ändert auch eine wirklich filmreife Story und eine sehr gut gelungene Übersetzung nichts. Nach vier Jahren Entwicklungszeit müssen solche Mängel einfach behoben sein. Eines muss man The Getaway jedoch zugute halten: Die Idee, einen Film und ein Spiel zu vereinigen, ist neu. Wenn man sich etwas mehr auf den Spielteil konzentriert hätte, wäre auch wirklich ein echter Hit daraus geworden. So bleibt es eine nette Alternative für alle GTA-Fans.


Tim Richter - 05.02.2003



Gesamtübersicht: The Getaway (PS2)

Unsere Bewertung:

Langzeitmotivation:
78%
Sound:
88%
Grafik:
70%
Singleplayer:
72%
Informationen zum Spiel:

Team Soho
Hersteller:

Publisher:

Deutsch
Sprache:

Action
Genre: